Im weichen Trab zu besserer Gesundheit

fluchetlingskind_kali_ruht_sich_ausIn Radensleben trainieren Reiter für bessere Beweglichkeit, Haltung und Gesundheit. Ihr Training wurde erst durch einen speziell gestalteten Gurt möglich. Nicht nur Behinderte, auch Spitzensportler profitieren von der innovativen Methode.

Menschen, die ihre Ideen mutig in die Tat umsetzen, bewerkstelligen oft Erstaunliches. Gundula Lüdtke bei spielsweise entwickelte eine Methode, mit welcher querschnittsgelähmte Menschen natürlich und sicher auf dem Pferd sitzen und ein optimales Bewegungstraining
durchführen können. Diese Form der Bewegungstherapie auf dem trabenden Pferd (BTP)
wird bei Schlaganfallpatienten, Querschnittslähmungen, Spastiken oder auch Demenz
eingesetzt. Mit der Hilfe von ausgebildeten Therapiepferden, einfachen, sich wiederholenden Übungsabfolgen und einem speziell hierfür entwickelten Sitzgurt werden Muskulatur und Haltung im besonders weichen Trab trainiert. Die Bewegungsimpulse der Rückenmuskulatur des Pferdes stimulieren beim Reiter die Rotationsbewegung des Beckens. Die gesamte Rumpfmuskulatur wird aktiviert und korrigiert sowie die Atemtechnik und die Durchblutung verbessert. Das Training wird erst durch den von Gundula Lüdtke entwickelten Gurt möglich. Er wird ähnlich einem Voltigiergurt angelegt. An den Seiten befinden sich Ablagen für die Beine und vorn eine gebogene Auflage zum Festhalten. Dies sorgt für einen sicheren Sitz und eine aufrechte Körperhaltung auf dem Pferderücken. Die Reiter können sich vorn am Gurt festhalten, ihr Becken aufrichten und so ihre Rumpfstabilität verbessern. Auch kleinste Muskelgruppen werden gekräftigt und die Bewegungsabläufe vom Pferd auf den Sitzenden übertragen.

Unglaubliche Fortschritte
Kaum zu glauben ist der Fortschritt des Jungen Fabian, der vor dem Besuch in der Reitschule nicht ohne Hilfe sitzen konnte. Doch nachdem er zwei Wochen jeden Tag auf dem Pferd saß, konnte er sich allein aufrichten und sogar freihändig reiten. Dieser Erfolg kam so überraschend, dass eine Helferin einen Schreck bekam: In einem kurzen, unbeobachteten Moment flitzte der Junge mit seinem Elek  troRollstuhl einen Sandhügel hinauf und hinab. Niemand hätte vorher gedacht, dass er seinen Rollstuhl allein bedienen könnte. Er habe sogar versucht, sich mit den Händen am Tisch festzuhalten, um zu stehen und dabei verkündet: „Ich will laufen lernen“, sagt ehrenamtliche Helferin Sylvia Nitz sichtlich gerührt. „Dieser Fortschritt bedeutet eine enorme Entlastung für die Mutter, die ihn nun im Alltag